wissenswertes

Der Vorstandsvorsitzende der Norddeutschen Landesbank/Hannover, Herr Dr. Gunter Dunkel erklärt, dass die Schiffsfinanzierung auch „zukünftig ein Kerngeschäftsfeld der NORD/LB" bleiben wird. Anders als die teilverstaatlichte Commerzbank wird die NORD/LB mit seinen maritimen Partner auch zukünftig auf Kurs bleiben, obwohl die erhöhte Kreditrisikovorsorge die Halbjahresbilanz negativ beeinflusst hat. Dennoch prognostiziert das Institut für das Gesamtjahr 2012 weiterhin ein „gutes Ergebnis" und hält sogar die Zahlung einer Dividende an die Träger für möglich.

Eine ähnliche Vorgehensweise vernimmt man von der Bremer Landsbank, die noch etwas zielorientierter denkt und explizit den Mittelstand als Partner sieht. Auch bei der Bremer Landesbank hat die Schifffahrt die Bilanz getrübt, jedoch will die BLB insbesondere ihre regionale Verantwortung wahrnehmen und sieht den Mittelstand als eine der Hauptstützen ihres Geschäftes.

Deutsche Werften haben sich für die Zukunft fit gemacht – augenscheinlich haben sich zumindest viele Werften darauf eingestellt, dass die klassische Werft, die nur einen Schiffstyp baut, nicht mehr wettbewerbsfähig ist.

Die Werften haben sich zu Spezialwerften entwickelt, die es sich zur Aufgabe machen Nischenfrachter wie z.B. Errichterschiffe für die Offshore-Windkraft-Technologie zu bauen. Solche Schiffstypen zeichnen sich durch zahlreiche Innovationen und wenig Erfahrungswerte im Bau aus – ein Heimspiel für deutsche Ingenieurskunst. Die Auftraggeber bevorzugen daher vielfach das „Made in Germany".

Der Anpassungsprozess der Werften ist zwar mit Sicherheit noch nicht abgeschlossen, aber er scheint erste Früchte zu tragen. So konnte im August das Vorjahresergebnis das erste Mal seit vier Jahren um 3,06 Prozent auf 16.850 Beschäftigte gesteigert werden. Es wäre sehr wünschenswert, wenn sich diese Entwicklung weiter fort setzt und die langjährige Schiffsbautradition hier zu Lande weiter Bestand hat.

Das Flottenausbauprojekt von Evergreen Line wird mit Leben gefüllt. Die ersten drei 8254 TEU Neubauten wurden jüngst in Dienst gestellt. Das gesamte Bestellvolumen für diesen Schiffstyp beträgt 30 Einheiten. Hinzu kommen noch weitere zehn 13.800 TEU-Mega-Boxer, die bis Ende 2014 gemeinsam mit der griechischen Reederei Enesel in Dienst gestellt werden.

Während die Marktführer noch etliche weitere Großcontainerschiffe zur Ablieferung erwarten und somit das jährliche Flottenwachstum kräftig voran getrieben wird, wird im Feederbereich (bis ca. 2.500 TEU) deutlich, dass sich aufgrund von nicht vorhandenen Neubaubestellungen ein Negativwachstum entwickelt. Diese Entwicklung muss beobachtet werden, denn im Feederbereich entstehen punktuell aktuell besonders attraktive Einstiegsmöglichkeiten.

Das erste Halbjahr 2012 fiel für Deutschland hervorragend aus. Den vorhandenen Unsicherheiten an den Märkten zum Trotz konnten deutsche Unternehmen ihre Ausfuhren um stolze 4,8 Prozent auf 550,5 Mrd. Euro steigern. Die Importe erhöhten sich um 2,4 Prozent auf 457,1 Mrd. Euro.

Spannend dabei ist die selektive Betrachtung des Exportwachstums. Während die Ausfuhren in nicht EU-Länder um satte 11,1 Prozent zugenommen haben (das Exportvolumen in diese Länder beträgt 42 Prozent), sank der Export innerhalb der EU-Länder um 1,2 Prozent. Auffällig ist der hohe Einbruch bei den Portugiesen um 14,3 Prozent. Dieser hohe Einbruch ist auf die gewaltigen und konsequent durchgeführten Reformen zurück zu führen – hier ist in den nächsten 12 -24 Monaten eine massive Kehrwende zu erwarten. Griechenland und Italien sind schon einen Schritt weiter. Diese Länder konnten ihre Exporte nach Deutschland, nach einer langen Durststrecke der Reformen, wieder steigern – hier greifen ganz offensichtlich die Reformanstrengungen der letzten zwei bis drei Jahre!

Erfreulich und sehr positiv stimmend sind zudem die Zuwächse bei den Ausfuhren Deutschlands nach Japan (plus 19,9 Prozent), in die USA (plus 18,6 Prozent) und nach Russland (plus 14,8 Prozent).

Die Refinanzierungsmöglichkeiten der Italiener und Spanier haben sich deutlich verbessert. Die Rendite der zweijährigen italienischen Nullzins-Bonds lag bei 3,06 Prozent, den niedrigsten Wert seit März.

Spanien verkaufte Geldmarktpapiere und sammelte dabei rund 3,6 Milliarden Euro ein. Geplant war eine Spanne von 2,5 bis 3,5 Milliarden Euro. Bei der Auktion von Bonds mit drei Monaten Laufzeit fiel die durchschnittliche Rendite kräftig auf 0,946 von 2,43 Prozent im Juli. Die Rendite bei Sechs-Monats-Papieren sank auf 2,026 Prozent von 3,69 Prozent.

Durch diese Auktionen wird deutlich, dass nach sehr langer Zeit der Unsicherheit, oder besser gesagt nach langer Zeit der aggressiven Spekulation gegen den Euro, endlich mehr Sachlichkeit in die Thematik kommt. Seit der Ankündigung des EZB-Präsident Draghi, alles unternehmen zu wollen, was für den Erhalt des Euro spricht, werden nun auch die bisherigen Reformerfolge der Krisenstaaten von einer breiteren Medienlandschaft honoriert. Aufgrund dieser selbstbewussten und zielorientierter Haltung ziehen sich derzeit die Spekulanten gegen den Euro zurück und nehmen aktuell den US-Dollar ins Visier – to be continued...

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