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Der niederländische Stromnetzanbieter Tennet gilt als Hauptverursacher von massiven Verzögerungen bei der Fertigstellung von Offshore-Windkraftanlagen.

Tennet muss laut Statuten innerhalb von 30 Monaten für den Stromanschluss sorgen, dies gelang vielfach nicht im Ansatz. Der niederländische Staatskonzern hat nun zugesichert, dass sich Tennet Deutschland für private Investoren öffnen werde. Es sollen einige große institutionelle Investoren wie Versicherer für umfangreiche finanzielle Engagements bereitstehen.

Viele Experten machen von dieser Entwicklung den Erfolg für die Offshore-Industrie abhängig. Nirgends auf der Welt werden derzeit so ambitionierte Offshore-Anlagen geplant und realisiert, wie in der deutschen Nordsee. Es geht nicht in erster Linie um die Anzahl der Mühlen, sondern um die Witterungsbedingungen und die Wassertiefe. Das sind einzigartige Voraussetzungen, deren Realisierung immens viel Geld kosten, so dass Unwägbarkeiten wie beim Netzanschluss ausschlaggebend für das Ausscheiden von Investoren seien können.

Umso mehr kann die Öffnung von Tennet für private Investoren als Durchbruch gesehen werden. Nicht nur für die gesamte Westküste und die Schifffahrt sind das mehr als positive Nachrichten.

Im zweiten Quartal konnte Hapag-Lloyd, mit 147 Containerschiffen einer der weltweit größten Linienreeder, die Frachtratenerlöse um 14 Prozent auf 3,4 Mrd. Euro steigern. Dabei erhöhte sich das Transportvolumen um 5,8 Prozent auf 2,7 Mio. TEU (20 Fuß-Standardcontainer).

Es gibt jedoch einen Wehrmutstropfen, denn die Transportaufwendungen, in aller erster Linie die Energiekosten durch den erhöhten Schwerölpreis, trüben das Ergebnis ein.

Der ruinöse Preiskampf um Marktanteile (beginnend im Frühjahr 2011), federführend sind hier Maersk und MSC zu nennen, hat sich gelegt. Aufgrund hoher Energiekosten sind die Linienreeder dazu angehalten die Frachtraten anzuheben – die bisherigen Anhebungen reichen jedoch noch nicht aus, so dass die Entwicklungen der Charterraten bis dato nahezu unberührt von diesen positiven Entwicklungen blieben. Für September sind die nächsten Ratenerhöhungen angekündigt, so dass etwas zeitversetzt auch endlich die Charterraten merklich steigen sollten.

Brasiliens vermeintlich unaufhaltsamer Aufschwung gerät ins Stocken. Das größte Hemmnis ist die Infrastruktur. Der brasilianische Präsident Dilma Rousseff hat nun ein Fünf-Jahres Plan vorgestellt. Das Investitionsvolumen, ohne private Investoren, soll sich auf 66 Mrd. Dollar belaufen.

Es sollen 10.000 Kilometer Schienen und 7.000 Kilometer Straßen gebaut werden (Deutschland hat ein Autobahnnetz von 12.819 Kilometer, Stand 2011). Zudem sollen zahlreiche Häfen und Flughäfen für private Betreiber ausgeschrieben werdem.

Bei der Qualität der Straßen, Schienen, Häfen und Flughäfen liegt Brasilien lediglich kurz hinter Uganda auf Platz 104 der Weltrangliste des Global Competitiveness Report. Mit dem aktuellen Konjunkturprogramm öffnet Rousseff den von Staatskonzernen dominierten Verkehrssektor weiter für die Privatwirtschaft - und stellt damit einmal mehr unter Beweis, dass sie in Wirtschaftsfragen pragmatischer agiert als ihr Vorgänger Luiz Inácio Lula da Silva.

Wenn noch der Beweis gefehlt hat, dass auch die großen Player weiterhin an die Schifffahrt glauben, dann ist diese Nachricht sehr aufschlussreich.

Der weltgrößte Linienreeder Maersk hat sieben 6.7000 TEU Containerfrachter einer griechischen Großreederei eingechartert. Vier Frachter wurden mit einem Chartervertrag von drei Jahren ausgestattet, die Charterhöhe beläuft sich auf täglich 30.000 US$. Die anderen drei Frachten wurden mit Kontrakten über fünf Jahre verchartert – die Rate beträgt hier 35.000 US$.

Für gewöhnlich erhält der Schiffseigner für kurzfristige Verträge einen höheren Erlös. Maersk scheint das aktuelle Umfeld schwächer einzuschätzen und setzt darauf, dass die Charterraten in drei bzw. fünf Jahren deutlich höher als die nun abgeschlossen Raten ausfallen werden. Wir werden diese Entwicklungen weiter verfolgen, denn Maersk besitzt eine Marktmacht (siehe Preiskampf um Marktanteile gegen MSC seit 2.HJ/2011), die den breiten Markt bewegen kann!

CMA CGM, eines der einflussreichsten Linienreeder der Welt, hat zum 01. September 2012 erneut auf diversen Routen Ratenerhöhungen angekündigt. So werden sich auf den wichtigsten Routen die Preissteigerungen pro zu transportierenden Container zwischen 150 und 300 US-Dollar bewegen. Nachdem bereits im ersten Quartal 2012 auf breiter Ebene die Transportpreise deutlich angezogen wurden, wird sich dieser Trend weiter fortsetzten. Viele Experten erwarten aufgrund dieser Entwicklungen auch eine zeitnahe Erholung bei den Charterraten.

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