wissenswertes

Der Konzern Baosteel fing bereits 2005 mit der Planung seines Megastahlwerkes an. Aufgrund möglicher Überkapazitäten erteilte die Regierung in Peking Baosteel jedoch eine Absage. Nachdem der Stahlhunger in China weiter steigt, darf Baosteel nun mit dem Bau loslegen.In China entstehen zwei Megastahlwerke

Das Werk kostet umgerechnet sagenhafte 8,75 Mrd. Euro und liefert jährlich 53 Mio. Tonnen Stahl. Zum Vergleich: die gesamte Stahlproduktion in Deutschland belief sich 2011 (ein sehr gutes Jahr) auf 44,3 Mio. Tonnen.

Zudem hat der Konzern Wuhan ebenfalls einen Zuschlag für eine Stahlproduktionsanlage im Süden Chinas erhalten. Die Kosten belaufen sich auf rd. 8 Mrd. Euro.

Deutlich wird anhand dieser Schritte, dass die chinesische Regierung die Wachstumsimpulse vorgibt. In den absoluten Boomjahren wurde penibel darauf geachtet, keine Produktionsüberkapazitäten aufzubauen. Dadurch kam es unter anderem zu den gedämpften Konjunkturaussichten der letzten Monate – exakt dagegen wird gezielt und mit Augenmaß vorgegangen.

Experten erwarten bis zum Jahr 2026 ein durchschnittliches jährliches Wachstum des Welthandels von 4,7 Prozent, bis 2021 sogar 5,9 Prozent. Treiber des Handels sind die Schwellenländer China, Brasilien und Indien. Auch die USA sind weiterhin ein wichtiger Handelspartner für den deutschen Markt. Dieses Szenario lässt einen zuversichtlichen Blick auf die weitere Entwicklung der Schifffahrtsmärkte als Gütertransporteure Nr. 1 zu.

Containermarkt
Nach dem massiven Verfall der Raten für den Containertransport seit dem Frühsommer 2011 haben sich die Frachtraten im ersten Halbjahr 2012 deutlich erholt. Gemäß dem Shanghai Containerized Freight Index (SCFI) stiegen die Raten im Verkehr Fernost-Westküste USA seit Dezember 2011 um 93 Prozent und haben damit den höchsten Stand seit August 2010 erreicht. Die meisten Linienreeder arbeiten hier wieder in der Gewinnzone. Trotz gestiegener Frachtraten und Transportmengen mussten die Linienreedereien insbesondere aufgrund der hohen Bunkerölpreise im ersten Quartal 2012 jedoch noch erhebliche Verluste verkraften. aNach den Frachtraten scheinen auch die Charterraten für Containerschiffe - insbesondere ab 4.000 TEU - die Wende geschafft zu haben.

Tankermarkt
Die Lage auf dem Tankermarkt bleibt weiter angespannt. Die Überkapazitäten verhindern nach wie vor ein auskömmliches Ratenniveau. In vielen Fällen kann der Kapitaldienst nicht in vollem Umfang geleistet werden. Dennoch ist die Entwicklung im ersten Halbjahr 2012 besser als erwartet. Ursache dafür ist nicht zuletzt das ab 1. Juli 2012 geltende Ölembargo gegen den Iran. Vor diesem Hintergrund haben viele Staaten, insbesondere China und die USA, ihre Ölreserven aufgestockt und dadurch für eine höhere Nachfrage gesorgt. Profitieren konnte von dieser Entwicklung in erster Linie das Segment der Supertanker, der VLCC's. Die Angaben für Jahreschartern der Rohöltanker zeigen aktuell einen weitgehend stabilen Verlauf.

Bulkermarkt
Nach dem bisherigen Jahrestiefststand des Baltic Dry Index (BDI) von ca. 650 Punkten Anfang Februar 2012 konnte sich der Index über das zweite Quartal zwar leicht erholen, steht Anfang Juli mit ca. 1.160 Punkten aber noch ca. 30 Prozent unter dem Wert vom Jahresbeginn. Die – aufgrund der wenigen Abschlüsse eher theoretischen – Zeitchartern für Bulkschiffe haben sich über das zweite Quartal weiter verschlechtert. Capesize-Bulker, die Anfang April noch mit 14.250 USD angegeben wurden, verzeichneten Anfang Juli nur noch 13.375 USD. Panamax-Bulker sanken von 11.000 USD auf 9.500 USD, Supramax-Bulker verschlechterten sich mit 11.500 USD um 1.000 USD. Spotmarkt-Raten für Capesize-Frachte verdoppelten sich mit ca. 8.000 USD von Ende März bis Mitte Mai – ein Wert, der allerdings immer noch von der Kostendeckungsgrenze entfernt ist – und unterboten Mitte Juni erneut die Marke von 2.500 USD.

Gute Nachrichten auch aus unserem Heimathafen Hamburg. Der Containerumschlag legte im ersten Quartal 2012 um rund 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Hamburg konnte damit weitere Marktanteile gewinnen und seine Position als nordeuropäisches Verteilerzentrum für Container ausbauen. Wichtigster Wachstumstreiber war der Ostseeraum, berichtete der Hafen Hamburg Marketing e.V. kürzlich auf einer Pressekonferenz.

Das Bundesumweltministerium und die KfW-Bankengruppe haben Ende 2011 den Startschuss für ein umfassendes Programm zur Förderung von Windkraft auf See gegeben. Unterstützt wird dieses Programm mit fünf Milliarden Euro. Bis 2030 sollen in Nord- und Ostsee Kapazitäten von bis zu 25.000 Megawatt entstehen. Zum Vergleich: Ende 2010 drehten sich an Land 21.600 Windräder mit einer Gesamtleistung von 27.200 Megawatt.

Das britische Analysehaus Drewry sieht einen positiven Trend in der Projektschifffahrt. Nachdem die Auswirkungen der Wirtschaftskrise für die Branche abgeklungen sind, soll die Nachfrage nach Mehrzweck- und Projektgutfrachtern bis 2015 um jährlich sieben Prozent zunehmen. [...] soll die Masse der zu verschiffenden Projektgüter bis 2015 jährlich um bis zu elf Prozent zunehmen. [...]

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