wissenswertes

Der von Marktteilnehmern als Richtung weisend zählende HSBC Einkaufsmanagerindex für die chinesische Industrie wartet mit positiven Zahlen auf. Nachdem Peking in den Sommer- und Herbstmonaten neue Konjunkturmaßnahmen in die Wege geleitet hat, lassen sich derzeit die ersten Entwicklungen ablesen. Der Index taxiert im November vorläufig auf 50,4 Punkte. Das Positive an diesem Ergebnis ist, dass dieser Index seit 13 Monaten erstmalig wieder über 50 Punkte rangiert – oberhalb der 50-Punkte-Marke bedeutet Wachstum.

Wer die Medien der ersten drei Quartale dieses Jahres verfolgt hat, der weiß, dass China in eine Rezession geschrieben wurde – die Wirtschaftskraft der Chinesen kommt ins Wanken, so die weitgehenden Übereinstimmungen. Vielmehr bestätigt sich jetzt jedoch, dass die Chinesen ihre Wirtschaft geschickt steuern. Nach der massiven Intervention der letzten Jahre, hat Peking sich seit 2010/11 aus vielen Stützungsmaßnahmen herausgezogen. Seit diesem Sommer, mit der Risikozunahme aus dem Euroraum heraus, sah die chinesische Regierung erneut Grund zum Handeln. Ohne großes Aufsehen zu erwecken, werden die Chinesen in die nächste Aufschwungsphase gehen.

Im dritten Quartal 2012 konnte die weltgrößte Linienreederei Maersk 2,2 Millionen FEU (Forty-foot Equivalent Unit, 40-Fuß-Container) transportieren. Diese Zahl ist erfreulich, denn Maersk konnte so das Quartalsergebnis auf fast eine halbe Milliarde USD hochschrauben. Im zweiten Quartal führ Maersk noch einen Verlust von 289 Millionen USD auf.

Für diese positive Entwicklung gibt es zwei Hauptgründe. Zum einen wirkt sich der zu Jahresbeginn beigelegte Preiskampf um Marktanteile positiv auf die Frachtraten aus, was die Einnahmen deutlich ansteigen lässt und zum anderen beeinflussen sinkenden Bunkerkosten den Kostenapparat positiv.

Auch wenn der Containermarkt nach wie vor durch das punktuelle Überangebot an Frachtern dominiert wird, so ist insbesondere die konstante Erhöhung der Frachtraten zu erwähnen. Die Höhe der Frachtraten war in der Vergangenheit immer ein zeitverzögerter Gradmesser für die Entwicklung der Charterraten.

Hamburgs Wirtschaftssenator geht in seiner Vorstellung zum „Hafenentwicklungsplan 2025" davon aus, dass der Hamburger Hafen seinen Containerumschlag in den kommenden 13 Jahren nahezu verdreifacht. 2011 lag der Umschlag bei 9 Mio. TEU (Standardcontainer), für das Jahr 2025 würden den Berechnungen nach 25 Mio. TEU ungeschlagen werden.
Oberstes Ziel der Wirtschaftsbehörde und der Hamburg Port Authority (HPA) müsse es sein, die Arbeitsplätze im Hafen zu sichern und neue zu schaffen sowie die Wertschöpfung in Hamburg zu steigern, sagte Horch. Der Hafen sei Quelle des Wohlstands.
Geplant ist zudem, bis 2020 die Planungen für eine neue Köhlbrandbrücke zu beginnen. Die alte Brücke, die derzeit stark durch Lkw auf dem Weg von und in den Hafen belastet wird, soll bis dahin weiter instand gehalten werden.

China will Qingdao zum größten Hafen der Welt ausbauen. An dem Standort im Nordosten des Landes sollen nach der Fertigstellung in 2020 bis zu 30 Millionen Standardcontainer im Jahr umgeschlagen werden können, berichtete gestern die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf die dortige Stadtverwaltung. Im Vergleich, Deutschlands größter Hafen Hamburg liegt bei etwas unter 10 Millionen Standardcontainern per annum. Dank seiner zusätzlichen Kapazitäten für die Abfertigung von Rohstoffen wie Öl und Eisenerz werde er so die bisher größten Häfen der Welt übertreffen, heißt es.

Der September 2012 – ein Monat der Entscheidung für die Eurozone
Ein Kurzbericht – was ist passiert, wie wird es weitergehen?

Aufgrund der sehr hohen und positiven Resonanz zum exklusiven Interview mit Herrn Folker Hellmeyer (Chefanalyst der Bremer Landesbank), welches wir bereits am 11. August 2012 an unsere Kunden und Interessenten übermitteln konnten, möchten wir Ihnen heute einen kleinen Auszug zum „Showdown" der Eurozone an die Hand geben.

Wir konnten dabei auf den nahezu täglich erscheinenden Forex-Report von der Bremer Landesbank zurückgreifen – wir möchten uns an dieser Stelle herzlich bei Herrn Folker Hellmeyer für den fachlich hochwertigen Informationszugang bedanken, denen wir Ihnen in einer Art „Best of Forex-Report" der letzten Tage aufbereitet haben (inhaltliche Anmerkungen unsererseits erkennen Sie durch kursive Schrift).
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Berichte und Kommentare zum Bundesverfassungsgerichts-Entscheid über die Zukunft Europas am 12. September 2012.

13. September 2012, Donnerstag
"[...] Wir beginnen unseren Forex heute mit der Analyse einer der Entscheidungen, die später einmal als ein Wendepunkt in der Eurokrise eingehen könnte. [...]

[...] Das Bundesverfassungsgericht (BGV) entschied – wie bereits im Vorfeld erwartet wurde – pro dauerhaftem Rettungsschirm. Damit ist der Weg für den ESM und Fiskalpakt frei. Der häufigste Kommentar lautete gestern: Das ist ein guter Tag.

Die Gerüchteküche kann schließen. Die Welt wird so versichert, dass der größte Financier des ESM nicht abspringt und so das Rettungsprojekt in einigen Wochen an den Start gehen kann. Nun ist es an der deutschen Politik des ESM-Vertrag zu ratifizieren.
Die Kritiker haben darüber hinaus erreicht, dass Deutschland unter jetzigen Umständen auf das Haftkapital von 190 Mrd. EUR begrenzt wird und nur dann angehoben werden kann, wenn der deutsche Vertreter in den ESM-Gremien zustimmt. Darüber hinaus muss der Bundestag- und Rat umfassend informiert werden. Es gibt jetzt „mehr Demokratie". [...]

[...] Die Stabilität des vereinigten Europas gewinnt wieder an Glaubwürdigkeit. Dies honorierten gestern auch die Anleger. Der DAX bewegte sich auf ein 14-Monats-Hoch bei 7.410 Punkten. [...]

[...] Darüber hinaus wird heute eine Entscheidung hinsichtlich „QE3" (Quantitative Easing) erwartet. Kommt die nächste Runde oder nicht? Der Markt erwartet, dass die FED angesichts der schwachen Wirtschaftslage und des kläglichen Arbeitsmarkts mehr als nur vage Signale sendet. [...]"

Quelle: Forex Report 13.09.2012, Bremer Landesbank, Autor: Folker Hellmeyer

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14. September 2012, Freitag
"[...] Analysten haben sich am Donnerstag zufrieden mit der Auktion italienischer Anleihen verschiedener Laufzeiten gezeigt. Das Volumen lag mit insgesamt 6,5 Milliarden Euro am oberen Ende der zuvor angepeilten Spanne. Die Rendite für das Papier mit drei Jahren Laufzeit war mit 2,75 Prozent die niedrigste seit Oktober 2010.
Verkauft wurde auch eine Anleihe, die 2026 fällig wird – das ist der Bonds mit der längsten Laufzeit seit einem Jahr. „Die Anleihe mit der langen Laufzeit hat vor allem einen symbolischen Wert" sagte Analyst Gianluca Ziglio von UBS. Das Volumen sei zwar niedrig. Aber: „Vor kurzem war die Nachfrage nach so einem Papier noch gleich null." Auch sein Kollege Alessandro Giansanti von ING zeigte sich zufrieden: „Besonders gespannt hat man auf die Emission des langlaufenden Bonds gewartet und es ist sehr gut gelaufen. Die Nachfrage war hoch." [...]

Dies signalisiert, dass langfristiges Vertrauen in die Krisenstaaten zurückkehrt.

[...] Der Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, sieht bereits „positive Ergebnisse" des von der EZB angekündigten Anleihekaufprogramms. „Allein unsere Ankündigung sorgte dafür, dass weltweit das Vertrauen in der Euro zugenommen hat", sagte Draghi in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung", das am Freitag veröffentlicht wurde. „Fondsmanager bringen ihr Geld zurück nach Europa, das ist gut für die Wirtschaft der Euro-Zone", fügte er hinzu. Bei der Lösung der Eurokrise sei man inzwischen auf einem guten Weg: „Wir sehen beachtliche Fortschritte in Spanien und Italien. Besonders wenn man vergleicht, was sie in den letzten sechs Monaten geleistet haben und was sie viele Jahre zuvor versäumt haben." Das Anleihekaufprogramm sei notwendig gewesen, weil die Gefahr bestanden habe, dass sich die Krisenländer nicht durch gute Wirtschaftspolitik allein aus ihrer Lage befreien könnten. Die Auflagen, die Staaten für diese Hilfe erhielten, „sind die beste Versicherung gegen Risiken". „Insgesamt haben wir die Risiken im Griff", betonte Draghi, „nicht zu handeln wäre unserer Einschätzung nach noch viel riskanter." [...]

[...] Austritt Griechenlands aus dem Euro. Letztlich wird man das verhältnismäßig kleine Griechenland weiter unterstützen und nicht fallen lassen. [...]"

Quelle: Forex Report 14.09.2012, Bremer Landesbank, Autor: Folker Hellmeyer
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17. September 2012, Montag
"[...] Der Euro/Dollar-Kurs als Abbild für Stabilität in der Eurozone konnte sich am Wochenende über der 1,3100-Marke behaupten. Da keine neuen (Negativ-)meldungen über Reformländer oder Herabstufungen lanciert wurden, kehrt nach der turbulenten, aber durchweg positiven letzten Woche etwas Ruhe in den Kurs ein. Diese Woche dürfte wieder deutlich nachrichtenärmer werden und die letzten Kursgewinne und die letzten Kursgewinne in den nächsten Tagen verdaut werden. [...]

[...] Die angesprochene zu erwartende Nachrichtenflaute möchten wir allerdings keinesfalls als fehlenden Impuls werten, sondern vielmehr als Chance zum Luftholen. Aufgrund der starken Kursentwicklungen kann ein kurzes Durchatmen den Märkten nur gut bekommen. Zumal sich die Lage um die europäische Gemeinschaftswährung wieder als normalisiert beschreiben lässt. [...]"

Quelle: Forex Report 17.09.2012, Bremer Landesbank, Autor: Folker Hellmeyer
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18. September 2012, Dienstag
[...] Gestern sahen wir keine größeren Ausschläge in den Märkten, momentan werden die Meldungen der letzten Tage verarbeitet. Dabei kam es bisher nicht zu größeren Rücksetzern, wie unser Indiceüberblick verdeutlicht. Größte Verlierer der Euro-Rallye waren bisher die Fluchtwährungen (AUD, CAD, SGD, SEK, NOK etc.), die allesamt unter Abgabedruck gerieten und Kursverluste gegenüber dem Euro hinnehmen mussten. [...]"

Quelle: Forex Report 18.09.2012, Bremer Landesbank, Autor: Folker Hellmeyer
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19. September 2012, Mittwoch
"[...] EU-Gruppenchef Juncker sagte gestern im TV, dass kein Austritt Griechenlands aus der Eurozone angestrebt wird. Ein solcher Schritt wäre verheerend für Griechenland und würde Europa schwächen. Gegenüber Spanien werden laut Juncker knallharte Forderungen bezüglich Strukturreformen und Sparmaßnahmen gestellt.
Hinsichtlich der Rolle Deutschlands warnte Juncker vor einer Überstrapazierung. Außenminister Westerwelle hält es für möglich, dass der September 2012 der Wendemonat in der europäischen Schuldenkrise sein kann. Westerwelle forderte auf der Berliner Konferenz „Der Wert Europas" die Einrichtung eines Europäischen Währungsfonds". Europa sei die reichste Region der Welt. [...] Die EU-Außenminister wollen die EU-Kommission erheblich aufwerten. [...]

[...] In den letzten Wochen gab es signifikante Bewegungen am Finanzmarkt, die allesamt zu Gunsten der Eurozone und damit zu Gunsten des Euros und zu Gunsten der Risikoaktiva der Eurozone ausfielen. Damit wurde die Profitabilität der aus London und New York geführten aggressiven Positionierung gegen die Eurozone massiv beschädigt. Da diese Positionierung mit der Nichtwürdigung der strukturellen Reformerfolge einherging, begrüßen wir diese Wendung zu einer realistischeren Diskontierung. [...]

[...] Fakt ist, dass die Eurozone mit den besten Datensätzen aufwartet. Das gilt für den Status als auch die Tendenz, die auf den stärksten Reformen in der Geschichte der Industrienationen beruht. [...]"

Quelle: Forex Report 19.09.2012, Bremer Landesbank, Autor: Folker Hellmeyer
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Spaniens Refinanzierungskosten sinken merklich. Das Vertrauen der Marktteilnehmer scheint zurück zu sein. Ziel der Spanier war es, 3,5 bis 4,5 Mrd. Euro an Anleihen mit drei- und zehnjähriger Laufzeit auszugeben. Am Ende wurden 4,8 Mrd. Euro eingeworben. Von besonderem Interesse war die Nachfrage nach den zehnjährigen Papieren, die für langfristiges Vertrauen der Marktteilnehmer sprechen. Hier konnte sich der Zinssatz gegenüber dem Vormonat von 6,65 % auf 5,67 % reduzieren und das bei einer Überzeichnung vom 2,8-fachen.

Hier wird deutlich, dass die bloße Ankündigung, den Euro um jeden Preis zu stärken, ihr Ziel bereits voll erfüllt hat. Es kehrt Ruhe in die Märkte ein, auch wenn der Bundestag- und rat den ESM noch nicht einmal ratifiziert hat – lediglich der rechtliche Rahmen wurde bis dato abgesteckt. Die Märkte lassen sich von entschlossenen Absichtserklärungen beruhigen – sollte die politische Klasse Europas weiterhin so geschlossen zusammen stehen, dann werden die 190 Mrd. Garantieleistungen Deutschlands nicht voll abgerufen werden müssen – wenn sie überhaupt noch abgerufen werden müssen... Zuversicht erhält Einzug!
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Unser Ziel ist es über Aktuelles zu informieren, insbesondere dann, wenn es um Veränderungen geht, die relevantes, ja vielleicht - wie in den letzten Wochen - sogar historisches Ausmaß haben könnten.

Wir raten konsequent zu Sachwerten, aber bitte achten Sie auf den Einstiegskurs! Schiff (auch wenn nicht jedes Segment interessant ist) ist der uns derzeit einzig bekannte Sachwert, der massiv unterbewertet ist!

Wir hoffen sehr, dass Ihnen dieser Auszug von den Geschehnissen der letzten Tage aufschlussreiche Informationen geben konnte.

Für einen weiteren Austausch stehen wir Ihnen jederzeit gern zur Verfügung!

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